Monitor Audio Bronze 5 – The little wonder

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Vor uns steht aus der brandneuen Bronze- Lautsprecherserie der englischen High End Boxenschmiede Monitor Audio die Bronze 5. Die zierliche Lautsprechersäule wird als Nachfolgerin der Bronze 5 BX ins Rennen um die begehrten Marktanteile des highendigen Einsteigersegmentes geschickt. Nach der Silver- und der Gold- Line  hat Monitor Audio nun auch die sehr erfolgreiche Bronze- Serie technisch wie optisch komplett überarbeitet. Bei Markteinführung Ende Juni 2015 wurde der Wert des Bronze 5- Paares im Fachhandel mit 800,- € benannt.

Die Monitor audio Bronze 5 in der Ausführung Schwarzeiche

Es bedarf zweifellos großer Ingenieurskunst, um eine Box wie die Bronze 5 BX klanglich zu toppen, ohne dabei in neue Preisdimensionen abzudriften. Durch Verwendung neuer Chassis und durch eine konzeptive Neuausrichtung haben die Monitor Audio Entwickler diese Aufgabe jedoch offensichtlich zu einem hörenswerten Ergebnis gebracht.

hifiaktuell hat sich frühzeitig ein Bronze 5- Boxenpärchen gesichert und stellt hier einen der ersten Tests dieser hochinteressanten kleinen Standbox vor.
Mit dem aktuellen Verkaufspreis von 800,- € pro Paar wurde die Bronze 5 in die Klasse 4 (Lautsprecherboxen der angehenden Spitzenklasse, um 1000 €/ Paar) eingeordnet. In dieser Preisklasse klopft man an die High End- Tür und erwartet einen Sound, der ohne größere Abstriche an das klangliche Original heranreicht. Wertige Materialien, eine saubere Verarbeitung sowie gute elektroakustische Eigenschaften sollten in dieser Preisliga eine Selbstverständlichkeit sein.

 

Gestaltung, Verarbeitung und Design

Mit Abmessungen von 85 cm Höhe, 16,5 cm Breite und 27,3 cm Tiefe und einem Gewicht von 11 kg pro Box macht die Bronze 5 schon fast einen zierlichen Eindruck. Das Gehäuse der Box ist vollständig aus verleimten MDF- Holzplatten gefertigt und mit leicht strukturierter Kunststofffolie sauber beklebt. Die Bronze 5 ist in Nachbildungen von Weißesche, Schwarzeiche, Nussbaum und Rosemah erhältlich. Ein farblich angepasster Stoffrahmen kann auf der Frontseite magnetisch angeklipst werden und schützt damit die empfindlichen Membranen der Treiber.

Die Bronze 5 in Weißesche

Die Bronze 5 in Weißesche

Die Bronze 5 in Weißesche mit Frontrahmen

Die Bronze 5 in Weißesche mit Frontrahmen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um die Standfestigkeit der Lautsprecher zu verbessern, können farblich angepasste Grundlatten unter den Boxen angebracht werden. Dazu werden lediglich vier Schrauben benötigt, die mit dem beiliegenden Werkzeug in die vorbereiteten Öffnungen eingedreht werden. Weiterhin hat man die Wahl, ob Spikes oder Gummidämpfer den Kontakt zwischen Box und Boden herstellen sollen. Wir empfehlen die Nutzung der Spikes, da damit das Klangbild offener und transparenter wird. Alle Materialien einschließlich der Grundplatten befinden sich im Lieferkarton jeder Box.

Die montierte Bodenplatte mit Spikes

Die montierte Grundplatte mit Spikes

Durch die saubere Verarbeitung und die Passgenauigkeit der Komponenten hinterlässt die Box einen wertigen optischen Eindruck. Die schlanke Säule überzeugt weiterhin durch ein klares Design. Leider wird der gute optische Eindruck von der etwas altbackenen Form dieser Platten gestört. Dazu wich bei den Testboxen in Weißesche der Farbton der Grundplatten vom Farbton der Boxenkörper deutlich ab, was aus unserer Sicht schon einen gewissen Designmangel darstellt. Allerdings können die Boxen auch ohne Grundplatte mit Spikes oder Gummidämpfern ausgerüstet werden. Dies vermindert aber die Standsicherheit erheblich. Ein weiterer Kritikpunkt: Unsere Testbox verströmte nach dem Auspacken einen scharfen, recht unangenehmen Geruch, der offensichtlich von Lösungsmitteln stammt. Nach einigen Tagen war dieser Geruch jedoch verflogen.

Farbunterschied Box- Grundplatte

Farbunterschied Box- Grundplatte

Eine pfiffige Lösung: Die beiden Bass-Chassis sind mit je einer langen Bolzenschraube von der Rückseite aus angeschraubt. Somit entfallen die Befestigungsschrauben im Sichtbereich, was dem klaren Design der Box sehr zugute kommt. Gleichzeitig wird damit die Gehäusestabilität erhöht und die Chassis erhalten einen sauber zentrierten Kraftschluss zur Schallwand. Der Imbusschlüssel zur Demontage/ Montage der beiden Basschassis wird mitgeliefert.

Das Basschassis mit Bolzenschraube

Ein Blick ins Innere der Box verrät eine einwandfreie handwerkliche Arbeit und die Verwendung solider Materialien. Auf der inneren Rückwand ist im oberen Bereich die Frequenzweichenplatine angeschraubt,
welche ebenfalls einen wertigen Eindruck hinterlässt. Die Verkabelung innerhalb der Box hat allerdings nur Standardqualität.

Die Frequenzweiche

Die Frequenzweiche

Sehr solide fällt das biwiring/ biamping- fähige Anschlussterminal aus. Massive Anschluss- Schraubklemmen mit vergoldeter Oberfläche nehmen Leitungsquerschnitte bis ca. 6 qmm auf.
Für den Normalbetrieb sind die Schraubverbindungen der Bass- und Hochtonsektion mit Messingplättchen verbunden. Es dürfte jedoch mittlerweile bekannt sein, dass solche Verbindungen klangliche Nachteile haben. Dies bestätigte sich auch bei unseren Tests. Wurden die Klemmen mit einfachen Kupferleitungen von 2,5 qmm Querschnitt gebrückt, klagen die Boxen besser. Deshalb unser Tipp: Die Messingbrücken unbedingt durch kurze Kabelstücke ersetzen.

Das Anschlussterminal mit Messingbrücken

Die Messingbrücken durch Kupferkabel ersetzt

Die Messingbrücken durch Kupferkabel ersetzt

 

 

 

 

 

 

Monitor Audio hat ein überaus spannendes Lautsprecherkonzept kreiert, welches den Namen „HiVe-Port Technologie“ trägt. Es handelt sich hierbei zwar grundsätzlich um ein 2 ½ Wege- System, die Umsetzung und Abstimmung ist aber eine Besonderheit.
Einer der beiden 13 cm- „C-CAM Tieftöner“ arbeitet in einer eigens für ihn hergerichteten Kammer. Diese ist in der Bronze 5 im unteren Bereich der Box platziert und beansprucht etwa zwei Drittel des Boxenvolumens. Das Bassreflexrohr dieser Kammer ist in der Front angebracht und richtet zusammen mit der Wandlermembrane nur die tiefen Schallfrequenzen bis 600 Hertz in Richtung Zuhörer. Der zweite Tieftöner gleicher Bauart teilt sich dagegen die kleinere Basskammer im oberen Bereich der Box mit dem Hochtöner. Entsprechend seinen Genen bietet die Frequenzweiche auch diesem Lautsprecher die Tiefen an, doch darf das Chassis daneben auch noch elektrische Frequenzen des Mitteltonbereiches in Schallwellen umwandeln. Dieser Lautsprecher übernimmt also die Aufgabe eines Tief- Mitteltöners.

Box mit den ausgebauten Tiefton- Chassis

Box mit den ausgebauten Tiefton- Chassis

Sicherlich aus platzgründen atmet des Bassreflexrohr der oberen  Kammer nach hinten, unterstützt aber dennoch durch geschickte Abstimmung den Bass der vorderen Abteilung. Hiermit wird quasi ein Doppelbass-System realisiert. Das Ergebnis ist eine Bass- Performance, die wir von einer Box mit solchen zierlichen Ausmaßen nie für möglich gehalten hätten. Dazu aber später mehr.

Das nach hinten gerichtete Bassreflexrohr der oberen Kammer

Das nach hinten gerichtete Bassreflexrohr der oberen Kammer

Neben der Bass- und der Mitteltonfraktion spielt vor allem der Hochtonbereich unter anderem für die Transparenz und Präzision einer Box eine entscheidende Rolle. Bei der Bronze 5 bedient die Frequenzweiche den Hochtonlautsprecher mit elektrischen Schwingungen ab 2800 Hertz. Hier hat sich Monitor Audio für den „dome C-CAM“ Hochtöner entschieden, dessen 25 mm- Aluminiumkalotte mit Gold beschichtet ist. In der Praxis zeigte sich, dass dieser Tweeter sehr gut  mit dem übrigen System harmoniert und der Box zu einem offenen und detailreichen Klang verhilft, ohne eine übermäßige Schärfe zu zeigen.

„dome C-CAM“ Hochtöner

„dome C-CAM“ Hochtöner

 

Elektroakustische Eigenschaften

Monitor Audio empfiehlt Verstärkerleistungen von 30 bis maximal 120 Watt für die Bronze 5.
Da schon mit einer elektrischen Leistung von 10 Watt weit mehr als Zimmerlautstärke erzielt wird, bieten die 120 Watt Belastbarkeit der Box reichlich Reserven. Ein Maximalpegel von angegebenen 113 dBA ist weit mehr als ausreichend, um auch HiFi- gerechte Lautstärken in größeren Räumen zu erzielen oder Actionfilme klangdynamisch zu begleiten. Die Bronze 5 liegt hier in einem sehr guten Bereich. Beim Pegel- Frequenzgang konnten wir die im Datenblatt genannten 37 Hz als untere Grenzfrequenz im Hörtest glaubhaft nachvollziehen. Der tiefreichende Bass der kleinen Bronze- Box überzeugte auf der ganzen Linie und ließ in Räumen bis zu 30 qm keine Wünsche offen.
Ein durchschnittlicher Kennschalldruck von 90 dB/ Wm bezeichnet einen recht guten Wirkungsgrad, wodurch die Bronze 5 auch für Röhrenamps interessant wird.
Die angegebene Nennimpedanz von 8 Ohm wurde bei der Messung des Impedanz- Frequenzganges an keinem Punkt kritisch unterschritten, sodass die Box keine besonderen Anforderungen an die Laststabilität der treibenden Verstärkerendstufe stellt.

 

Klangeigenschaften

Testbedingungen
Nach einer gebührenden Einspielzeit stellten sich die Boxen unserem Test.
Als Spielpartner wurde neben der CREEK EVO CD- Player/ Vollverstärkerkombination der Magnat MC2 Receiver mit Röhrenvorstufe ausgewählt. Als weitere Signalquellen dienten ein getunter Thorens TD 166 Plattenspieler und der vorzüglich klingende HiRes Audioplayer FiiO X1 mit entsprechenden Aufnahmen aus Rock, Blues, Folk sowie Klassik. Das Test- Team beurteilte die Klangeindrücke unabhängig auf standardisierten Fragebögen.

Klangbeschreibung
Vielversprechend beschreibt Monitor Audio das Klangverhalten der neuen Bronze 5:
„Die verzerrungsarme Architektur der Bronze Five vereint gekonnt mittlere und hohen Frequenzen mit druckvollen raumfüllenden Bass-Linien und liefert eine natürlich rhythmische und süchtig machende Mischung aus großen Dynamik und Details aus einem überraschend unauffälligen Gehäuse.“
An dieser Aussage musste sich die Box in unserem Klangtest messen lassen.
Metallica und 3 Doors Down sorgten zunächst für den Hardrock- Sound. Der erste Höreindruck gab sofort zum Staunen Anlass, denn die Bassattacken stellte die Bonze 5 derart klar, trocken und so tief in den Raum, dass es einem kleinen (Bass-) Wunder gleich kam. Eine derartige Bass- Performance aus so kleinen Boxen? Kaum zu glauben! Bei genauerem Hinhören wurde dann aber deutlich, dass der Bass in einem 15 qm großen Hörraum einen Tick zu viel Volumen besaß. Die Verwendung der beiliegenden Schaumstoffpfropfen zur Bassdämpfung brachte keine Lösung, da hierdurch der Bass förmlich degradiert wurde. Wurden die Lautsprecher dagegen mit ca. 30 cm Wandabstand aufgestellt und der Bassregler des Verstärkers um eine Stufe zurückgedreht, passte das Bassvolumen wesentlich besser zur Raumgröße. Weitere Hörtests zeigten aber, dass die optimale Räumgröße für die Boxen zwischen 20 und 30 qm liegt.

Nun sollte die Bonze 5 zeigen, ob sie auch mit anderen Musikrichtungen umgehen kann. Wir legten Eric Claptons Live- CD „eric clapton unplugged“ auf und lauschten der Konzertatmosphäre eines kleinen Saales. Auf den Zetteln der Tester war danach z.B. zu lesen: „Konzertatmosphäre kommt ausdrucksstark rüber, präzise Abbildung der Instrumente, toller Bass, körperhafte Stimme, Höhen etwas vorlaut“.
Höhen vorlaut? Wir wollten es genauer wissen und schlossen den superb klingenden FiiO X1 Audioplayer mit den von Stockfisch hervorragend produzierten HiRes- Aufnahmen des Albums „Closer To The Music Vol.5“ an den Röhrenreceiver an und konzentrierten uns zunächst auf die Höhenwiedergabe. Klar, der „dome C-CAM“ Aluminiumtweeter ist kein Softy und der Grat zwischen Präzision und frechen Höhen ist schmal. Nur selten verlässt die Box jedoch diesen schmalen Grat in Richtung zu frecher oder zischiger Höhendarstellung. So wirkte Jiang Cheng Ji’s hoher Gesang im Track „A Riverside Town“ in den Obertönen zwar etwas zirpig, was aber schon fast die Ausnahme des gesamten Albums war. Stärkeres Einwinkeln der Boxen minderte diesen Effekt zudem deutlich.

Das „Closer To The Music Vol.5“- Album trägt die Überschrift „Musik zum Träumen und Genießen“. Hier finden sich vorwiegend Folk- Songs unterschiedlicher Künstler mit tollen Stimmen und vielfältigen Instrumenten. Um es vorwegzunehmen: Das Album mit dieser Box anzuhören war ein einziger Genuss! Richtig aufgestellt lässt uns die Bronze 5 in eine Klangwelt eintauchen, aus der man nicht wieder erwachen möchte. „Fesselnd“ ist hier die einzig richtige Umschreibung des Klangerlebnisses.
Gefühlvolle, natürlich-ausdrucksstarke Stimmen und wunderbare Klangfarben der Instrumente, gepaart mit präziser und räumlich glaubhafter Darstellung stoßen die Tür zum highendiger Musikgenuss weit auf. Alan Taylor und Don Ros stehen mit ihren körperhaften und ausdrucksstarken Stimmen direkt vor einem, David Roths Akkordeon ist zum Greifen nahe und man wünscht sich, dass Kerstin Blodigs wunderbar gefühlvolle Stimme nicht verstummen möge.
Der Kommentar einer Testerin des Teams: „Ich habe das Gefühl, dass die Musik nicht aus Lautsprecherboxen kommt, sondern im Raum gespielt wird.“ Die Beschreibung des Klangcharakters der Bronze 5 fasste sie in zwei Worten zusammen: „einfühlsam und ausdrucksstark“. Wow!

Man fragt sich nach so viel Lob, ob High End damit vollzogen ist.
Ein Klangvergleich mit der stattlichen Visaton Vox 253 in einem etwa 35 qm großen Raum belehrte uns aber, dass Klangfülle und Basskraft der großen Visatonbox von der Monitor Audio Bronze 5 nicht erreicht werden. Dies gilt vor allem bei höheren Lautstärken, bei denen die Bronze 5 gegenüber der VOX 253 doch etwas angestrengt wirkte. Es darf natürlich nicht verschwiegen werden, dass die Visaton Vox 253 in einer anderen Preisliga beheimatet ist. In der Preisklasse um 1000 Euro dürfte die Monitor Audio Bronze 5 gegenwärtig jedoch keinen Gegner ernsthaft zu fürchten haben.

 

Fazit

Tatsächlich hat Monitor Audio mit der vollmundigen Klangbeschreibung der neuen Bronze 5 nicht zu viel versprochen. Die Box lieferte in unserem Test ein ausgesprochen offenes und detailreiches Klangbild ab, wobei vor allem Bass und Mitteltonbereich hervorragend harmonierten. Auch der Hochtonbereich passt sehr gut ins Klangbild, tendiert jedoch direkt auf den Hörplatz gerichtet zu leichtem Eigenleben. Kreuzen sich die Schallachsen der Lautsprecher durch Ausrichten der Boxen leicht vor dem Hörplatz, ist dieses Problem jedoch so gut wie behoben. Ein besonderes Lob erhält die Bass- Performanz der Bronze 5: trocken, tiefreichend und klar strukturiert. Transparenz, Räumlichkeit und Präzision stellen sich für eine Box dieser Preisklasse tadellos dar und werden von einer überzeugenden Neutralität begleitet. Ihr volles Leistungspotenzial ruft die Box in normal bedämpften Räumen mit einer Größe von 20 bis 30 qm ab.
Auch elektroakustisch liefert die Box eine starke Leistung. Der Impedanzverlauf zeigt sich unkritisch und stellt keine besonderen Anforderungen an die Laststabilität der Endstufen. Für Freunde des Röhrenklanges ist die Bronze 5 eine beachtenswerte Option. Der recht gute Wirkungsgrad und die neutrale Abstimmung der Box sind gute Voraussetzungen, um als Spielpartner einer Röhre in Betracht zu kommen. Ein Schuss Röhrenwärme harmoniert mit dem Klangbild der Bronze 5 bestens. Ein gewisses Manko stellt die Gestaltung Bodenplatte dar, welche der schlanken Box ein etwas altbackenes Aussehen verleiht und zumindest in Weiß nicht richtig zur Farbe des Boxenkörpers passen will.
Mit einem Paarpreis von gegenwärtig 800,- € ergibt sich letztlich ein ausgezeichnetes Preis- Leistungsverhältnis, welches vor allem auf den hervorragenden Klang der zierlichen Boxen zurückzuführen ist. Die Konkurrenz dürfte gewarnt sein!

 

Hinweis zur Bewertung

Die Bewertung aller Kriterien ist bei hifiaktuell klassenbezogen.
Die Monitor Audio Bronze 5 wurde in die Klasse 4 (Boxen der angehenden Spitzenklasse, um 1000 €/ Paar) eingeordnet.

Bewertungs- Schlüssel:

Punkte         Testurteil                       Note
9,1 – 10         sehr gut                             1
8,0 – 9,0        gut                                      2
6,7- 7,9         zufriedenstellend             3
5,0 – 6,6       mäßig                                 4
3,0 – 4,9        unterdurchschnittlich     5
0 – 2,9          unzureichend                    6

 

 

award

9.4 Sehr gut 1,2

Tatsächlich hat Monitor Audio mit der vollmundigen Klangbeschreibung der neuen Bronze 5 nicht zu viel versprochen. Die Box lieferte in unsrem Test ein ausgesprochen offenes und detailreiches Klangbild ab, wobei vor allem Bass und Mitteltonbereich hervorragend harmonierten. Auch der Hochtonbereich passt sehr gut ins Klangbild, tendiert jedoch direkt auf den Hörplatz gerichtet zu leichter Überbetonung. Kreuzen sich die Schallachsen der Lautsprecher durch Ausrichten der Boxen leicht vor dem Hörplatz, ist dieses Problem jedoch so gut wie behoben. Ein besonderes Lob erhält die Bass- Performanz der Bronze 5: trocken, tiefreichend und klar strukturiert. Transparenz, Räumlichkeit und Präzision stellen sich für eine Box dieser Preisklasse tadellos dar und werden von einer überzeugenden Neutralität begleitet. Ihr volles Leistungspotenzial ruft die Box in normal bedämpften Räumen mit einer Größe von 20 bis 30 qm ab.
Auch elektroakustisch liefert die Box eine tadellose Leistung ab. Der Impedanzverlauf zeigt sich unkritisch und stellt keine besonderen Anforderungen an die Laststabilität der Endstufen. Für Freunde des Röhrenklanges ist die Bronze 5 eine beachtenswerte Option. Der recht gute Wirkungsgrad und die neutrale Abstimmung der Box sind gute Voraussetzungen, um als Spielpartner einer Röhre in Betracht zu kommen. Ein Schuss Röhrenwärme schadet dem Klangbild der Bronze 5 keinesfalls.
Ein optisches Manko stellt die Gestaltung der Bodenplatte dar, welche der schlanken Box ein etwas altbackenes Aussehen verleiht und zumindest in Weiß nicht richtig zur Farbe des Boxenkörpers passt. Mit einem Paarpreis von gegenwärtig 800,- € ergibt sich letztlich jedoch ein ausgezeichnetes Preis- Leistungsverhältnis, welches vor allem auf den hervorragenden Klang der zierlichen Boxen zurückzuführen ist. Die Konkurrenz dürfte gewarnt sein!

  • Gestaltung, Verarbeitung und Design 8
  • Elektroakustische Eigenschaften 9
  • Bassqualität 10
  • Neutralität / Natürlichkeit 10
  • Räumlichkeit / Ortbarkeit 9
  • Transparenz 10
  • Präzision 10
  • Gesangsstimmen und Sprache 10
  • Hochtonqualität 9
  • Klang bei höheren Lautstärken 9

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